Propolis

Propolis - das natürliche "Bio-Antibiotikum"

WAS IST PROPOLIS ÜBERHAUPT?

Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet soviel wie „Vor-Stadt“, da es von Bienen gesammelt und im Bienenstock, besonders in Fluglochnähe abgelagert wird.

Propolis ist eine dunkelgelbe harzartige Masse, die von der staatenbildenden Honigbiene (Apis mellifera L.) gebildet wird. Ältere Sammelbienen nagen klebrige, harzige pflanzliche Exsudate von Knospen, Blättern und Zweigen verschiedener Bäume, vornehmlich Pappeln, ab und bringen diese zusammen mit den Blütenpollen in den Bienenstock. Stockbienen nagen dann die Harze von den Hinterbeinen ab und fügen dabei Drüsensekrete und Wachs hinzu. Diese fertige Propolis wird dann an verschiedenen Stellen des Bienenstockes zum Schutz vor Kälte, Nässe und Zugluft, aber auch zur Verhinderung des Eindringens von Schädlingen und zur Verteidigung vor Mikroorganismen eingebaut.

Propolis wird so auf der ganzen Welt von Bienen produziert und hat wegen der unterschiedlichen Herkünften dadurch immer eine leicht andere Zusammensetzung. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass die Propolisprodukte für die pharmazeutische Industrie aus kontrolliertem Anbau stammen.

PROPOLIS IST SCHON LANGE BEKANNT!

Propolis wurde schon im Altertum als Heilmittel hoch geschätzt. Bereits Aristoteles empfahl Propolis wegen der heilenden Eigenschaften bei Quetschungen, Hautkrankheiten und eitrigen Wunden in seinem Buch „vom Leben der Tiere“.

Obwohl nie mit der europäischen Kultur in Kontakt gekommen, verwendeten auch die Inkas Propolis bei fiebrigen Infektionen.

Seitdem tauchte Propolis immer wieder in berühmten Medizinbuchsammlungen als Mittel gegen Entzündungen verschiedener Art auf. In den napoleonischen Kriegen und im Burenkrieg verwendeten die Militärärzte Propolis zur Wunddesinfektion, auch in Russland im Laufe des zweiten Weltkrieges.

WAS WEISS MAN HEUTE ÜBER DIE WIRKUNG VON PROPOLIS?

Moderne mikrobiologische und elektronenmikroskopische Untersuchungen beweisen Propolis eine antibakterielle Aktivität durch Hemmung der Zellteilung der Bakterien und Lyse der Bakterienzellwand. Die Antimykotische Aktivität wurde an einer Vielzahl von Pilzen, die die Haut und Schleimhaut befallen, bestätigt. Propolis zeigt auch eine antivirale Aktivität an Rhinoviren und Herpesviren. Durch Steigerung der Lymphozytenproliferation und IgM-Titer zeigt Propolis auch eine immunstimulierende Wirkung.

WO KANN PROPOLIS VERWENDET WERDEN?

Heute werden Propoliszubereitungen bei folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:

Bei Entzündungen des HNO-Traktes (Angina, Laryngitis, Rhinits, Pharyngitis, ...) und allen katarrhalischen Erkrankungen des Respirationstraktes.

Zur Wundheilung an Haut, Akne, Ekzemen, Psoriasis, bei schwierigen Vernarbungen, Eiterungen, Abszesse, Hühneraugen

Bei Entzündungen und bakteriellen Infektionen der ableitenden Harnwege

Aphthen, Zahnschmerzen, Abszessen

Gastritis

Zur Steigerung des Immunsystems

Zum Thema Propolis erscheinen laufend neue Studien und Arbeiten, die die große therapeutische Breite des Naturproduktes, das schon seit Jahrtausenden erfolgreich verwendet wird, aufzeigen. Dennoch, Propolis ist sicher kein Allheilmittel, das Dinge vollbringt, die auch die moderne Medizin nicht vermag. Es hat aber schon in vielen Anwendungsgebieten gute Wirkung gezeigt und viele klinische Studien und medizinische Untersuchungen sind noch ausständig.

Die grosse therapeutische Bandbreite und Erfolge bei Studien verleitet natürlich viele unseriöse Hersteller dazu, übertriebene „Wunderheilungen“ des Propolis anzupreisen, wobei sich oft auch nicht einmal die Herkunft oder Verarbeitung ihres Propolisproduktes eindeutig belegen lassen. Gerade aber weil es sich um ein Naturprodukt handelt, ist die Herkunft und Weiterverarbeitung ein entscheidendes Kriterium in der Qualität.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, nur namhaften Herstellern zu vertrauen.

Informationen aus „Propolis – Qualität und Wirkungen bzw. Propoliszubereitungen“ von Elke Langner und Prof. Dr. Heinz Schilcher, erschienen in der „Deutschen Apothekerzeitung“ 139. Jahrgang, Nr. 37

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