Hypotonie

Hypotonie - (zu) niedriger Blutdruck

Personen mit niedrigem Blutdruck leiden bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit aber auch bei ständigen Wetterumschwüngen besonders stark. Deshalb ist jetzt die richtige Zeit, niedrigem Blutdruck durch regelmäßige Maßnahmen vorzubeugen.

Niedrige Blutdruckwerte sind meist harmlos. Viele Menschen haben einen erniedrigten Blutdruck, ohne irgendwelche Beschwerden zu verspüren. Sinkt der Blutdruck aber zu weit ab, kann es zu einer Mangeldurchblutung von wichtigen Organen wie Gehirn und Herz kommen.

Was ist Hypotonie?

Von Hypotonie spricht man, wenn der systolische Blutdruckwert unter 95 mm Hg sinkt. Dieser Wert entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Der von Haus aus niedrigere, diastolische Blutdruck, das ist jener Druck, der ständig im Gefäßsystem herrscht, liegt bei Hypotonikern unter 60 bis 65 mm Hg.

Als Grund für eine Hypotonie werden in den meisten Fällen genetische Faktoren, körperliche Konstitution sowie Umweltfaktoren angenommen. Jugendliche in der Pubertät, junge und schlanke Frauen, hagere ältere Menschen und Schwangere neigen generell zu niedrigen Blutdruckwerten. Körperliche Inaktivität und Stress begünstigen die Hypotonie.

Niedrige Blutdruckwerte können aber auch im Rahmen anderer Krankheiten auftreten. Herzerkrankungen wie Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen, Verengungen des Gefäßsystems und Krampfadern gehen oft mit niedrigem Blutdruck einher. Auch bei Hormonstörungen wie Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes mellitus, bei Infekten, starkem Blutverlust oder bei mangelnder Flüssigkeitszufuhr kommt es zu einem Absinken des Blutdrucks. Vorsicht geboten ist bei Beruhigungsmitteln und blutdrucksenkenden Substanzen.

Von Hypotonie als Krankheit spricht man erst dann, wenn Beschwerden vorhanden sind und die Blutdruckwerte so niedrig sind, dass die Durchblutung der lebenswichtigen Organe wie Gehirn, Herz und Nieren nicht mehr gewährleistet ist.

Typische Beschwerden:

Schwindel

Schwarzwerden vor den Augen

Ohrensausen und Kopfschmerzen

Sehstörungen

Kalte Hände und Füße sowie allgemeines Kältegefühl

Müdigkeit, Mattigkeit, Antriebslosigkeit

Schlafstörungen

Erhöhte Wetterfühligkeit

Herzklopfen

Eine Sonderform der Hypotonie ist die orthostatische Dysregulation. Bei schnellen Änderungen der Körperlage wie z.B. beim raschen Aufstehen aus dem Liegen versackt das Blut in den Beinen. Dadurch erhält das Gehirn zu wenig Blut und Sauerstoff mit der Gefahr eines Kreislaufkollapses.

Trotz der vielen genannten Beschwerden ist niedriger Blutdruck meist harmlos. Im Gegensatz zum Bluthochdruck, welcher als Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und allgemeine Gefäßverkalkung gilt, wirken sich niedrige Blutdruckwerte eher günstig auf die Lebenserwartung aus.

Liegen Beschwerden über einen längeren Zeitraum vor, muss die Hypotonie natürlich ernst genommen und behandelt werden.

Die Diagnose der Hypotonie wird durch wiederholte Blutdruckmessungen sowohl beim Arzt als auch zu Hause festgestellt. Als Standarduntersuchung hat sich eine 24 Stunden-Blutdruckmessung bewährt, die ein einwandfreies Blutdruckprofil über einen ganzen Tag liefert.

Besonders wichtig ist die Durchführung eines Herz-Kreislauf-Belastungstests (Ergometrie). Neben Trainingszustand und Blutdruckverhalten unter Belastung können Durchblutungsstörungen des Herzens und Rhythmusstörungen sofort ausgeschlossen werden. Eine genaue Analyse von Blut- und Harnwerten zum Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen ist ebenfalls notwendig.

Was kann man gegen niedrigen Blutdruck tun?

Behandelt wird nur, wenn Beschwerden vorliegen. Allgemeinen kreislaufstärkenden Maßnahmen sollte dabei immer der Vorzug gegeben werden. Sie haben das Ziel, die Regulationsfähigkeit der Blutgefäße zu stabilisieren, damit das Blut nicht in die untere Körperhälfte absinkt.

Zur Kreislaufstabilisierung zählen folgende Maßnahmen:

Wechselduschen: 30 Sekunden mit körperwarmem Wasser, drei Sekunden mit kaltem Wasser duschen, insgesamt dreimal wechseln und mit einem kalten Guss aufhören.

Radfahren mit den Beinen im Bett vor dem Aufstehen, am besten bei geöffnetem Fenster.

Langsames Aufsetzen aus dem Liegen. Bleiben Sie einige Minuten auf dem Bettrand sitzen, kreisen Sie die Arme und wippen Sie mit den Beinen. Damit wird die Blutzirkulation in Schwung gebracht.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: trinken Sie noch bevor Sie aufstehen ein großes Glas Leitungswasser. Denn in der Nacht verliert der Körper durch Schwitzen und die Atmung einen halben Liter Wasser. Generell wird eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von mind. 2-3 Liter empfohlen, wobei Wasser, kohlensäurearme Mineralwässer, diverse Tees sowie Obst- und Gemüsesäfte zu bevorzugen sind.

Kaffee, schwarzer und grüner Tee haben eine blutdrucksteigernde Wirkung. Hypotoniker sollten deswegen ein kräftiges Frühstück mit einem starken Kaffee oder Tee zu sich nehmen. Bei nächtlich auftretenden Blutdruckabfällen mit Schlaflosigkeit kann man durchaus auch am Abend eine Tasse Tee oder Kaffee trinken.

Körperliches Training ist die beste Waffe gegen zu niedrigen Blutdruck. Ausdauersportarten wie Wandern, Walken, Laufen, Schwimmen oder Radfahren steigern den Blutdruck und die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Ein Training mit Pulsmesser im kardiovaskulären Bereich optimiert den Erfolg.

Regelmäßige Spaziergänge und Tätigkeiten im Freien kurbeln den Kreislauf an.

Eine ausgewogene Ernährung mit einer kalorienreduzierten Mischkost und geregelten Essenszeiten sind ebenfalls ganz wichtig. Reichhaltige Hauptmahlzeiten mit fetten und schwer verdaulichen Speisen belasten unseren Kreislauf unnötig und senken zusätzlich den Blutdruck. Eine Vollwertkost mit frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, Nudeln, Reis und Kartoffeln, Fisch und magerem Fleisch fördert dagegen unser Wohlbefinden. Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichende Schlaf- und Erholungszeiten.

Bei starken Kampfadern sollten regelmäßig Stützstrümpfe getragen werden. Damit wird ein Versacken des Blutes in den Beinen verhindert.

Sprechen die genannten Maßnahmen nicht an, kommen Medikamente zum Einsatz.

Wir beraten Sie zu diesem Thema gerne.

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