Natrium kommt in der Natur häufig als Salz mit Chlorid als Anion – fest in der Erdkruste, gelöst im Meerwasser – vor.
Im Körper des Menschen ist Natrium (ca 0,15% des Körpergewichts) – gemeinsam mit Kalium (K+) und Chlorid (Cl -) – für den Elektrolythaushalt verantwortlich. Dieser regelt – in einem ausgewogenen Verhältnis der Ionen zueinander – die Prozesse zwischen dem Zellinneren und dem Extrazellularraum. Über das Kalium wurde in der letzten DA berichtet.
Natrium ist ein wichtiges Bioelement für Transportprozesse und wirkt beim Membranpotential der Zellen mit. Es trägt dazu bei, dass Kalzium und andere Mineralstoffe im Blut löslich sind.
Vorkommen, Aufnahme und Bedarf
Das Kochsalz (Natriumchlorid, NaCl) wird durch Verdampfen oder durch Abbau gewonnen. Es kommt in der Natur vor, besonders in Mineralwässern, Schalentieren, Artischocken, Karotten, Rote Rüben, Hirn, Niere, getrocknetes Rindfleisch, Speck uam.
Jeder Körper braucht Natrium. Der erwachsene Mensch hat einen Bestand von ca 100 g Natrium, 150 g Kalium und 100 g Chlorid. Diese regulieren den Elektrolyt- bzw. Ionenhaushalt. Natrium ist vorwiegend im Extrazellulärraum und Kalium innerhalb der Zellen angereichert. Daher findet sich in zellreichen Organen (Leber, Niere, Muskel) mehr Kalium und in zellärmeren Organen (Lunge, Haut, Knorpel mehr Natrium.
Für eine gesunden Körper sind die Elektrolyte unbedingt notwendig. Sie werden im Normalfall mit der Nahrung in ausreichender Menge aufgenommen. Es werden ca 15 g Natriumchlorid gebraucht. Bei Schwangeren sollte Kochsalz bewusst dosiert und eine zu große Menge vermieden werden.
In besonderen Fällen bei großer Hitze (Schwitzen mit Salzverlust, Durchfällen uam.) oder bei Säuglingen (2 bis 2,5 mmol) ist mehr Salz zum Aufbau/Aufrechterhalten des Elektrolyt-Gleichgewichtes nötig. Es werden ca 1,8 l/Std Schweiß verdunstet und ca 2 l/Std können abtropfen. Der Ionenverlust liegt ca bei 2,5 g pro Liter Schweiß.
Bei Sportlern wird die höhere Körpertemperatur durch stärkeres Schwitzen (3,5 – 4,5 l/Std) ausgeglichen. Dabei gehen sehr viele Elektrolyt-Salze (4,5 g Salze) verloren, die jedenfalls rasch wieder zugeführt werden müssen. Dafür sind die isotonischen Getränke das Günstigste. Diese Getränke haben die gleiche Konzentration an Mineralstoffen wie das Blut, und so werden diese, im Besonderen Na, K, und Cl, rasch aus dem Magen-Darm wieder resorbiert.

 

Aufgaben und Bedeutung

Der Elektrolythaushalt muss immer im Gleichgewicht gehalten werden. Das bedeutet, dass das Verhältnis von Natrium, Kalium und Chlorid konstant sein muss. Durch Anstrengung und Bewegung wird es immer wieder gestört. Dazu muss auch die nötige Wassermenge aufgenommen werden, was insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern wichtig ist. Dabei ist es besser, laufend geringe Mengen an Flüssigkeit, als viel auf einmal (Ausschwemmungseffekt) zu geben. Auch ist die reine Gabe von Kochsalz nicht so günstig wie eine Mischung (zB: Meeressalz). Unser Salz ist zusätzlich jodiert, damit so die notwendige Menge Jod für die normale Schilddrüsenfunktion in die Nahrung gebracht wird. Kochsalz sollen daher Schilddrüsenkranke vorsichtig dosieren.
Natrium in Getränken hilft auch Sonnenstich und Hitzschlag zu vermeiden. Zuviel Natrium bewirkt aber die Ausscheidung von Kalium, was wieder das nötige Gleichgewicht stört.
Kalium wird bei der normalen Ausscheidung der Flüssigkeit über die Niere zum größten Teil wieder rückresorbiert. Dieser Vorgang kann durch zu hohe Flüssigkeitsmengen oder Nierenerkrankungen gestört sein, sodass Kalium zugeführt werden muss.
Außerdem führt eine höhere Konzentration an Natrium zu einer Wasserretention im Extrazellularraum, was einen höheren Blutdruck bewirkt. Es empfiehlt sich daher, bei Bluthochdruck der Aufnahme von Salz in Speisen oder Getränken mehr Aufmerksamkeit zu schenken und Salz sparsam einzusetzen.
Am besten vermeidet man gesalzenes Fleisch wie Schinken oder Speck, Corned beef und starke Würzmittel.
Mangelerscheinungen
Ein Mangel an Natrium kann zu einer schlechten Verdauung von Kohlehydraten führen. Ebenfalls kann es bei längerer Dauer oder stärkerem Verlust zu Austrocknung kommen. Die Sauerstoffnutzung im Gehirn kann verringert sein, wenn eine längere Mangelsituation herrscht.
Natrium sollte nur auf ärztliche Anordnung zusätzlich eingenommen werden. Unsere normale Ernährung hat eher einen Salzüberschuss als einen Mangel. Es ist besonders darauf zu achten, dass auch Kalium mit der Nahrung aufgenommen wird.
Gerne stehen Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, Ihre Apothekerin und Ihr Apotheker für Ihre Fragen zu Mineralstoffen oder Vitaminen zu Verfügung.