Fluor kommt als Spurenelement bei Tier und Mensch vor. Es ist auch in Fisch und Meerestieren enthalten, sowie in schwarzem Tee. In der Form des synthetischen Natriumfluorid wird es dem Trinkwasser oder dem Speisesalz zugesetzt und findet so über die Nahrung Eingang in den menschlichen Körper.
Im Fall normaler Ernährung erfolgt nur eine geringe Zufuhr an Fluoriden. Der Zusatz in Trinkwasser und Speisesalz (Supplementierung) ist zur gesunden Entwicklung – wie beim Jod – unbedingt erforderlich. So sollten z.B. fluoridhältige Zahnpasten verwendet werden.
Bei einem Mangel oder erhöhtem Bedarf werden Fluoridtabletten verordnet.
Dazu werden 0,25mg pro Dosis für Säuglinge und Kleinkinder – neben einer Gabe von Vitamin D – gegeben, bei Jugendlichen und Erwachsenen 1mg. Diese Einnahme ist wegen der vielen positiven Wirkungen des Spurenelements Fluor unbedingt notwendig. Die Einnahme über längere Zeit sollte mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden.
Bedeutung und Wirkungen
Fluor hat seine besondere Aufgabe im Wachstum. Es wird rasch im Darm resorbiert oder über die Niere ausgeschieden (0,3 – 1,5 mg in 24 Std).
Fluor ist zum Aufbau der Zähne und Knochen unbedingt notwendig.
Dabei ist diese Wirkung des Fluors von der Situation des Allgemeinstoffwechsels im Organismus abhängig (Kalzium, Phosphor), dem Vorhandensein von Hormonen (Parathormon, Calcitonin) und Vitaminen (Vitamin A, C, D). Die Knochenbildung (Mineralisierung) ist ein energieverbrauchender Vorgang, der in verschiedenen Phasen abläuft.
An den einzelnen Stufen des Knochenaufbaues ist Fluorid beteiligt. Dabei ist aber eine größere Menge Fluor kontraproduktiv, weil das überschüssige Fluorid mit dem Kalzium eine schwerlösliche Verbindung bildet (CaF2). Dieser Vorgang schwächt und behindert den ordnungsgemäßen Aufbau bzw. gefährdet die Knochensubstanz, weil Fluorid das Kalzium aus den Knochen herauslöst.
Beim Aufbau und bei der Haltbarkeit der Zähne ist Fluorid doppelt wirksam. Einerseits hilft Fluorid bei der Bildung des Zahnbeines und macht es robust (Kalziumeinlagerung), andererseits macht es den Zahnschmelz durch die abdichtende Wirkung der Kalziumfluorid-Bildung hart.
Die Karies als Vorgang der Lösung dieser harten Einlagerungen im Zahnschmelz wird dadurch hintangehalten. Dieser Vorgang der CaF2-Einlagerung ist reversibel; bei einem Mangel an Fluorid wird der Neuaufbau gehemmt und der Zahnschmelz »löchrig«. Durch permanente Zufuhr von Fluoriden in Zahngelen oder Zahnpasten mit einer konsequenten Zahnpflege wird der Zahnschmelz dauerhaft gehärtet, sodass Karies keine Chance hat.
Vergiftungen
Fluor als Element ist ein giftiges, erstickendes Gas. Fluorid ist in geringer Überdosierung schädlich (Knochenabbau = Demineralisierung) und beim Zahnschmelz können sich die Zähne verfärben. Es ist daher wegen der dosisabhängig kontroversiellen Wirkung genau nach Anweisung des Arztes oder der Empfehlung des Apothekers vorzugehen.
Anwendungsempfehlung
Allgemein gilt, dass floridhältige Präparate nicht auf längere Dauer eingenommen werden sollten; eine äußerliche Anwendung bei der Zahnpflege sollte unterschiedlich nach der Dosierung gehandhabt werden. Einfache Zahnpasten können täglich verwendet werden. Zahngele mit höherer Dosierung zum Auftragen auf den Zahnschmelz sollten nicht öfter als einmal pro Woche angewendet werden.
Ihre Fragen zur Fluorideinnahme oder -anwendung beantwortet Ihr Apotheker gerne.



